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Erste Schritte

Verein AKTUELL – Presse

Bei uns am Westwallbunker BNN 11.2022



BT 02.11.2022


Festungsfest 2022







PresseInformation 1.10.2019



Denkmal’schätze‘ in der Rastatter Festung


Karlsruhe/Rastatt. Am vergangenen Wochenende (28.09.) konnten der Historische Verein Rastatt und die KulturRegion Karlsruhe rund dreißig Denkmal’schätze‘ zu einem Ausflug in die Rastatter Vergangenheit be-grüßen. Ausgangspunkt waren die unterirdischen Ka-sematten der Bastion 27 der ehemaligen Bundesfes-tung Rastatt. „Was uns verbindet, ist der ehrenamtliche Einsatz für den Erhalt und die gesellschaftliche Vermitt-lung unseres Kulturerbes“, erinnerte Dieter Wolf, der erste Vorsitzende des Historischen Vereins, zu Beginn an den Hintergrund des regionalen Austausches. Denn alle gehörten zu den Bewerbern für den Kulturpreis der TechnologieRegion Karlsruhe unter dem Motto „Denk-mal’schätze‘ gesucht“. Angesprochen waren die vielen ehrenamtlichen Akteure in der Denkmalpflege. Als ei-ner der vier Preisträger hatte sich der Historische Ver-ein Rastatt bereit erklärt, sein „Pflegekind“ einmal in dieser Runde vorzustellen. Im Frühjahr konnte sich die Gruppe bereits beim ersten Preisträger, dem Forum Gernsbacher Zehntscheuern, ein eigenes Bild von de-ren Vereinsarbeit machen. Die Initiative für dieses er-neute Netzwerktreffen ging von der KulturRegion Karls-ruhe aus, die auch das Konzept und die Organisation des Kulturpreises verantwortet hatte. Nach einem herz-haften „zweiten Frühstück“ führte Dieter Wolf die Gäste mit eindrücklichen Schilderungen durch die Räume der ehemaligen Rastatter Festung, die vom Historischen Verein über die Jahre wieder freigelegt wurden. Im An-schluss konnten sich die Teilnehmer oberirdisch noch einer ebenso fachkundigen, historischen Stadtführung von Oliver Fieg vom Rastatter Stadtarchiv anschließen.

Anlage: Foto vom Besuch der Denkmal‘schätze‘ mit dem 1. Vorsitzenden des Historischen Vereins Rastatt, Dieter Wolf


Im „Türkenlouis“ zu Leipzig

Was machen Badener, genauer: Rastatter in der Fremde, die es zu was gebracht haben? Sie bekämpfen ihr Heimweh durch Schaffung von Erinnerungen. So jedenfalls half sich der aus Rastatt stammende Unternehmer Günter Bauer, der nach der Wende in Leipzig ein erfolgreiches Logistikunternehmen aufgebaut hat. In seinen jungen Jahren hatte er im „Türkenlouis“, einem Traditionslokal an der Ecke Ludwigring/Bahnhofstraße viele und schöne Stunden verbracht, und so eröffnete er im neugeschaffenen Freizeitparadies am Kap Zwenkau ein Restaurant mit eben diesem Namen. Neben badischen Spezialitäten gibt es dort auch badischen Wein und badisches Bier, ja sogar Mineralwasser aus badischen Quellen. Während das Rastatter Lokal längst nicht mehr existiert – es lief zuletzt unter dem Namen „Zum Markgraf“ [sic] – kann man es sich 20 Kilometer südlich von Leipzig badisch gut gehen lassen, Hechtklößchen à la „Katzenbergers Adler“ essen und mit dem Eigentümer badisch schwätzen, ja sogar das Badenerlied erklingt zu vorgerückter Stunde! Man sieht die badischen Farben rot und gelb, Tischdecken und -servietten sind aus Stoff, frische Blumen, feines Porzellan – der Badener weiß, was zur guten Gastronomie gehört. Aber was wäre ein solches Lokal ohne die Landsleute, die manchmal dort einfallen! Nicht nur die Gäste, vor allem die Musiker sind es, die es richtig krachen lassen. Seit zwölf Jahren gehören Attila Schumann, der omnipräsente Rastatter Gitarrist, Schlagzeuger Ringo Hirth und Peter Schneider mit der Baßgitarre als „Holiday Blues Band“ zum Standardprogramm. So auch beim Jubiläumskonzert „50 Jahre Woodstock“ am letzten Septemberwochenende. Dazu gesellten sich heimische Größen wie der Saxophonist Frank Liebscher, Uwe Steger am Akkordeon und das aus Ägypten stammende Nachwuchstalent Ahmed Mouinib mit der Geige, der sein Abenddebut gab mit dem anrührenden „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Durchweg spielten sie derart aufeinander abgestimmt, als würdensie nie anders als in dieser Formation auftreten, und so war das Konzert mit vielen Rockklassikern eine ganz runde Sache. Da bleibt kein Fuß unter dem Tisch, die Gäste tanzen ausgelassen zu „Honkytonk Woman“ oder „Painted Black“, man hört den Lieblingssong des Gastgebers „Hey Joe“und kommt zur Ruhe, als Frank Liebscher eigentümliche Klänge aus einem Metallgefäß zaubert, das aussieht wie ein Wok. Dann spielen sie weiter fast bis zur Erschöpfung, weil das Publikum nach„House of the rising sun“ und „Sympathy for the Devil“ wieder Zugabe verlangt und schließlich nach endlosem „Knocking on heaven ́s door“ wiederwillig Ruhe gibt.Ganz im Stil der Barockfürsten engagiert sich Günter Bauer auch als Kunstmäzen und so hängen anden Wänden des „Türkenlouis“ Werke von Künstlern, die noch etwas bekannter werden wollen und sollen. Der echte Türkenlouis hätte seine Freude gehabt!Wer es nach einem so abgefahrenen Konzert nicht mehr weit schafft, für den ist gesorgt: Im Nebengebäude, dem „Haus Z1“ sind Ferienwohnungen zu haben, die keinen Komfort vermissen lassen, dafür aber auf alles Überflüssige verzichten. So sind die Wände im Stil des Brutalismus (vonbeton brut = roher Beton) gehalten, mit sichtbar verlaufenden Leitungen und Kabeln. Natur pur ist der Blick auf den Zwenkauer See, eine ehemalige Braunkohlemulde, die man vor einigen Jahren geflutet hat. Die Gäste aus Rastatt, die einst im legendären „Haus“ in der Ritterstraße nicht zu finden waren, können das hier nachholen. Schade nur, dass die Alt-Zwenkauer den See samt Hafenbereich (noch) nicht als ihr Freizeitgelände betrachten; die meist auswärtigen Bewohner und Gäste bleiben unter sich. Vielleicht ändert sich das ja, wenn der umtriebige Badener sein neues Projekt verwirklicht: das Café Sibylla Augusta. Die Gemahlin des Türkenlouis stammte nämlich ausdem Hause Sachsen-Lauenburg – immerhin.

Rastatt, 1.10.2019 Dr.Irmgard Stamm



Engagement um Festungsbastion 27 gewürdigt

Kooperation mit Historischem Verein wird fortgesetzt

„Vonovia“ spendet 2000 Euro für Stadthistorie

Rastatt(wo). Das Festungswerk Bastion 27 an der Ecke Am Ludwigsring/Bahnhofstraße atmet Geschichte und wird im Jahr von vielen hundert historisch Interessierter besucht. Durch Führungen der Stadt Rastatt und des Historischen Vereins macht man Festungs- und Revolutionsgeschichte gerade von 1849 lebendig.

Seit 2014 ist eines von derzeit 674 betreuten Wohneinheiten der „Vonovia“ in Rastatt, das ehemalige Areal um die ehemalige Wirtschaft „Zum Türkenlouis“ dabei. Der Historische Verein hat seit 2004 ein Nutzungsrecht der Festungskasematten unter dem Gebäude. Der Vereinsvorsitzende Dieter Wolf und weitere Vorstandsmitglieder erfuhren überraschend erst im Juli von den gewechselten Eigentumsverhältnissen und der „Vonovia“.

„Wir haben uns informiert und sind begeistert vom Engagement des Historischen Vereins“, betonte Lilia Stehling von der Vonovia-Regionalleitung. Man habe sich entschlossen die Aktivitäten zu unterstützen und 2000 Euro zu spenden. Dieter Wolf zeigte sich erfreut und äußerte, dass man das Geld unter anderem in die Restaurierung eines historischen Geschützes als Anschauung für die Besucher postieren wolle. Einig war man sich auch, dass im Sinne der Stadtgeschichte, in Kontinuität mit dem Voreigentümer, die Kooperation zwischen Wohnungsgesellschaft und dem Historischen Verein fortgesetzt werden wird

1 Bastion 27 Spendenscheck klein1

Bild: Das Engagement des Historischen Vereins für die Regionalgeschichte wurde von der Wohnungsgesellschaft „Vonovia“ im Festungswerk Bastion 27 mit einem Scheck über 2000 Euro gewürdigt.

Im Vordergrund mit Scheck, von links Dieter Wolf und Irmgard Stamm vom Historischen Verein und Lilia Stehling (Vonovia).

Foto: Wollenschneider


Jahresausflug des Historischen Vereins nach Hirsau und Calw am 30.Juni 2019

Unterwegs im Schwarzwald war der Historische Verein Rastatt am Sonntag bei seinem Jahresausflug. Das war sehr klug, denn dort waren die Temperaturen etwas erträglicher als in der Rheinebene. Zunächst wurde das Kloster Hirsau besucht, das für die Stadtgeschichte von Rastatt eine Rolle spielt: im Hirsauer Codex, einer um das Jahr 1500 entstandenen Sammlung von Quellen ist das Dorf Rasteden für die Zeit von ca. 1084 erstmals erwähnt. Das Kloster St.Peter und Paul in Hirsau war im 11. Jahrhundert das baulich größte Kloster im deutschsprachigen Raum. Die Kirche im romanischen Stil hatte eine Länge von 70 Metern und bot Raum für mehrere Tausend Menschen, das Kloster selbst war zeitweise von 300 Mönchen bewohnt. Zerstört wurde die Anlage 1692 im pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen bis auf den markanten Eulenturm. Alljährlich findet in den pittoresken Ruinen des Kreuzgangs ein Musikfestival statt.
Nach dem Mittagessen im Brauhaus Schönbuch, einer ehemaligen Turnhalle am Ufer der Nagold, besuchten die Geschichtsinteressierten die Altstadt von Calw mit imposanten Fachwerkhäusern und prächtigen Bürgervillen, die vom einstigen Reichtum der Tuchmacher und Flößer zeugen. Berühmt waren europaweit die Calwer Tuche, die  bis in die 1990er Jahre produziert wurden; das Fabrikgebäude steht noch am Ufer der Nagold. Noch im Betrieb ist die Turmuhrenfabrik der Firma Perrot. Aus ihrer Werkstatt stammt die größte Turmuhr der Welt: sie befindet sich in Mekka/Saudi-Arabien, hat ein Gewicht von 60 Tonnen und besitzt ein beleuchtbares Ziffernblatt von 43 Metern Durchmesser.
In der Fabrik der Waldenserfamilie Perrot hatte einst auch der Schulabbrecher Hermann Hesse eine Lehre begonnen, die er wiederum nach einem Jahr verließ. Auf den Spuren dieses großen Sohnes der Stadt Calw wandelte die Gruppe schlußendlich beim Besuch des Hermann-Hesse-Museums, das im großbürgerlichen Haus Schüz untergebracht ist. Das Geburtshaus des Dichters, in dem er 1877 das Licht der Welt erblickte, befindet sich am Marktplatz unweit des Rathauses. Hermann Hesse verbrachte seine Kindheit und Jugend in Calw, erinnerte sich auch gerne an seine freundliche Heimat, nicht aber an seine Bestimmung zu einer theologischen Berufslaufbahn, weshalb er aus der Maulbronner Klosterschule weglief. Hesses Neigung galt der Literatur, er wollte „Dichter werden oder gar nichts“. Mit dem Roman „Peter Camenzind“ konnte Hesse erstmals seinen Lebensunterhalt verdienen. Nach Stationen in Basel, Gaienhofen, Bern und schließlich Montagnola im Tessin erwarb sich Hermann Hesse literarischen Ruhm, er gilt als der erfolgreichste und meistgelesene deutsche Dichter des 20. Jahrhunderts. 1946 erhielt er den Literaturnobelpreis und später den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Im Tessin, wo Hesse 43 Jahre lang bis zu seinem Tod 1962 lebte, entstanden seine wichtigsten Werke „Siddharta“ und „Der Steppenwolf“, im „Glasperlenspiel“ ist das vielzitierte Gedicht „Stufen“ verarbeitet. Seine Widerständigkeit und rastlose Suche nach geistiger Freiheit machte Hesse auch zum Idol der Jugend. Das ihm gewidmete Museum in Calw zeigt in chronologischer Raumfolge zahlreiche Originale aus dem Privatbesitz des Dichters sowie Briefe und Bilder von seiner Hand.
Zurück nach Rastatt ging es über den Dobel und die Gemeinde Loffenau, die bis zur kommunalen Gebietsreform zum Kreis Calw und seit 1973 zum Landkreis Rastatt gehört. Auf dem Weg nach Gernsbach wurde auch daran erinnert, dass in den Revolutionskämpfen von 1849 die Bundestruppen über dieses neutrale württembergische Gebiet in das Murgtal einrückten und die Freischaren aus Gernsbach vertrieben, womit das Ende der badisch-pfälzischen Revolution von 1848/49 besiegelt war.

Dr. Irmgard Stamm, 30.6.2019


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