Wassereinbruch in der Bastion 27

Schließung des Festungswerks Bastion 27 bestätigt

Kanalisation der Bismarckstraße muss repariert werden

Historischer Verein lässt Führungen anlaufen

Rastatt(rw). Erfreuliches und weniger Schönes ist dem Mitgliederschreiben vom Vorsitzenden des Historischen Vereins, Dieter Wolf, zu entnehmen. Danach hat sich bestätigt, dass das Festungswerk Bastion 27 bis mindestens Ende des Jahres nicht mehr bei Führungen zugänglich gemacht werden kann. Dazu Wolf: „Die Kanalisation der Bismarckstraße ist verstopft und das Abwasser drückt immer wieder in die Häuser zurück und dringt durch die Buntsandsteinmauern.“

Die Kasematten der Bastion 27 lägen am tiefsten und laufen deswegen voll. Nach Dieter Wolf sei auch das Abwasser hereingedrückt worden sein: „Gestunken hat’s und an den Mauern braune Spuren hinterlassen.“Positiv sei zu vermerken, dass nach der Alarmmeldung an die Stadt Rastatt, sofort reagiert wurde. Nach Zusage, werde im Spätjahr 2021 die Kanalisation der Bismarckstraße repariert. Wann aber wieder Führungen in der Bastion 27 wieder möglich sein werden, das ist ungewiss.

Dagegen hat der Historische Verein den Westwallbunker an der Kehler Straßen am Sonntag, 13. Juni, wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ebenfalls werden am 20. Juni, 10 und 11 Uhr „gemischte Führungen im Großraum der Festungsanlagen am Panaromaweg“ angeboten. Nach Dieter Wolf werden dabei Interessierten das Cavalier I, die Flankenbatterie, das Ausfalltor und der Ort des ehemaligen Reduit 3 erläutert. Eine Führung in den unterirdischen Kasemattenanlagen ist derzeit noch nicht möglich. Weitere Infos unter WWW.hist-ver-rastatt.de

Bild: Nun ist es amtlich: Führungen im Festungswerk Bastion 27 kann der Historische Verein in diesem Jahr nicht mehr anbieten. Ein Einbruch mit Abwassern muss erst einmal verarbeitet werden.

Archivfoto: Wollenschneider


Feuchter Dämpfer für Historischen Verein
Alternativ-Führungsprogramm in der Planung

Rastatt(rw). „Ein unangenehmer Geruch kam uns aus den Kasemattenräumen entgegen und unten in der Bastion 27 sahen wir die Bescherung“, erinnert sich der stellvertretende Vorsitzende des Historischen Vereins, Karl Schweizer. Bei einer Inspektion des Festungswerks zwischen der Bismarckstraße und An der Ludwigsfeste musste man eine etwa 10 bis 15 Zentimeter hohe, braune Brühe am Boden ausmachen.

„Damit wird die Bastion 27 bis alles wieder gesäubert und die Rahmenbedingungen geklärt sind in diesem Jahr für eventuell wieder mögliche Führungen ausfallen“, stellt Karl Schweizer fest. Auch der Vorsitzende des Historischen Vereins Rastatt, Dieter Wolf, zeigt sich enttäuscht. Im Frühjahr 2019 gab es schon einmal einen Wassereinbruch nach starkem Regen in die Geschützkasematte des Festungswerks. Nach derÜberprüfung durch eine Spezialfirma sei allerdings alles o.k. gewesen.

In der Bastion 27 zeugt ein gelb-brauner Rand in den unteren Räumen von der vorgefundenen „Sauerei“, wie Karl Schweizer anmerkt. Er vermutet dem Geruch nach, dass sich Fäkalien unter die braune Brühe gemischt haben. Ein großer Teil davon ist inzwischen durch Öffnungen im Boden versickert. Aber der unangenehme Geruch bleibt. Jetzt geht es nach Karl Schweizer darum, die Ursache der Flutung durch die Stadt zu ergründen. Dann folge nach dem Abpumpen der Restbrühe die Reinigung. Wann überhaupt wieder der Zugang für Publikum wieder möglich sein wird, das ist nach Schweizer ungewiss.

Dafür habe man sich beim Historischen Verein über ein konkretes Konzept Gedanken gemacht, wie es mit Führungen nach Corona-Lockerungen weitergeht. Begehungen  im Innern des Cavalier I an der Militärstraße und den unterirdischen Gängen der Contre-Escarpe mit den Minengängen am Panorama wird es wegen der Abstandsregel-Vorgabe nicht geben können. Dafür liegt ein oberirdischer Plan für attraktive Führungen zu den Überresten der ehemaligen Bundes- und Reichsfestung Rastatt vor. Auch für den Westwallbunker gibt es ein Konzept für Führungen.

Jetzt wartet man beim Historischen Verein, wie es mit der Bastion 27 weitergeht. Der historische Verein baut auf den Eigentümer, eine Wohnbaugesellschaft und die Stadt Rastatt, die für die Kanalisation zuständig ist.

Bild: Schlechte Perspektiven gibt es für die Bastion 27, nach einem üblen Wassereinbruch. Karl Schweizer (Bild) vom Historischen Verein vor Ort.

Foto: Wollenschneider


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