Fackelführung des Historischen Vereins Rastatt

Hommage für Rastatter Freiheitskämpfer von 1849

Irmgard Stamm machte Geschichte lebendig

Rastatt(wo). In Erinnerung an das Revolutionsjahr 1849 und die damals in Rastatt standrechtlich Erschossenen, bot der Historische Verein eine stilvolle Fackelführung an. „Wir wollen an Menschen erinnern, die ihr Leben und ihre ganze Existenz für die Durchsetzung der Grundrechte eingesetzt haben“, betonte Organisatorin Irmgard Stamm vom Historischen Verein Rastatt im Vorfeld.

Seit Jahren wertet Irmgard Stamm Quellen und historische Literatur aus, um den Stellenwert der titulierten „Freiheitsfestung Rastatt“ als Markstein der deutschen Demokratiegeschichte zu untermauern. Dazu gehören auch exemplarische Einzelschicksale, wie von August Bernigau aus dem thüringischen Mühlhausen. So wie die Opfer des Exekutionskommandos Josef (Jean) Jansen und Friedrich Wilhelm Schrader wurde er am 20. Oktober 1849 mit als Letzter der 19 zum Tode verurteilten erschossen.

Wegen Corona-Auflagen konnten Irmgard Stamm und die Helfer des Historischen Vereins die Teilnehmer an der nächtlichen Exkursion auf stadtgeschichtlichen Spuren nicht in die unterirdischen Kasematten und das Cavalier I. am Südring führen. Dafür entfaltete sich zum Schein der angezündeten Fackeln die Biografie des August Bernigau. Nach Irmgard Stamm war er ein kompromissloser Kämpfer für die Durchsetzung der Grundrechte, mit begleitenden Forderungen wie Pressefreiheit, Bildung für alle und die Abschaffung der Todesstrafe. „Der Freiheit zum Sieg zu helfen“ hatte er sich nach Dr. Stamm auf die Fahnen geschrieben.

Nach dem stilvollen Fackelgang durch die Anlagen am Panoramaweg kam es zu einer Premiere. Der Zugang zur Flankenbatterie am Rand des Baugebiets „Ehemalige Leopoldfeste“ wurde geöffnet. Man versammelte sich im Innenhof der „Todeskasematte“, wo am 20. Oktober 1849 Bernigau und die zwei weiteren Todeskandidaten auf die Erschießung warteten.

Passend hatte Roland Walter mit seiner Gitarre Revolutionslieder ausgesucht, wie das zu „Robert Blum“ oder das „Badische Wiegenlied“. Authentisch geriet auch im Schein der Fackeln, als das junge Mitglied des Historischen Vereins, Dominik Schnurr, die beiden greifbaren Abschiedsbriefe von Bernigau an seine Eltern und Schwester verlas. Dazu der Kommentar von Irmgard Stamm: „Für Rechte und das Recht gelebt und gestorben!“

Einzeln, unter der Beachtung der Corona-Vorgaben, konnten dann noch die Teilnehmer der Fackelführung die „Todeskasematte“ von 1849 begehen. Nach dem Lied von Ferdinand Freiligrath „Trotz alledem“, interpretiert von Roland Walter, fasste Dr. Irmgard Stamm zusammen: „Der Historische Verein Rastatt will die Erinnerungen an demokratische Ideale, an Kämpfer für Einigkeit und Recht und Freiheit, auch aus Gründen der Aktualität, hochhalten.“

Bild: Bei einer Fackelführung des Historischen Vereins Rastatt mit Begehung der Flankenbatterie am Südring wurde Opfern von 1849 gedacht, die nach dem Kampf für demokratische Ideale erschossen wurden. Organisiert hatte die Veranstaltung Irmgard Stamm.

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