Auf der Suche nach ältester Ansichtspostkarte !!!!!!

„Gruß aus Rastatt“ mit Kanonengrüßen
Historischer Verein bei Suche erfolgreich 

Ein Bericht von Rainer Wollenschneider

Rastatt(wo). Dem Ruf des Historischen Vereins, die älteste postal gelaufene Rastatter Ansichtspostkarte zu finden waren mehrere Einsender gefolgt. Schließlich war es der Niederbühler Sammler Klaus Herrmann, welcher den Coup landen konnte. 

Ansichtspostkarten waren die Emails der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts und lieferten zum Text auch Motive, die die Empfänger begeistern sollten. Den Boom, den die „Telegramme mit Briefmarke“ auslösten, belegen Statistikzahlen. So wurden 1895 über 470 Millionen Postkarten von der Reichspost versandt. Klaus Herrmanns Siegerpostkarte trägt den Poststempel vom 31. Dezember 1889. Sie wurde nach Baden-Baden abgeschickt und erinnert an die Wurzeln der Ansichtspostkarte im Deutschen Reich. 

So sandten Soldaten im Deutsch-Französischen Krieg vor 150 Jahren Postkarten mit Motiven der Schauplätze. Auf der Rastatter Karte, eine Lithographie (Steindruck), wird ein „Gruß aus Rastatt“, wie bei so vielen anderen Karten, geschickt. Es handelt sich um eine Szene mit Artilleristen und Kanonen im Anschlag. Die Inschrift „Ultima Ratio Reg.“ (Letztes Mittel) verheißt nichts Gutes, was das damalige deutsch-französische Verhältnis betrifft. 

Interessant beim Aufruf des Historischen Vereins auch die zweitälteste Ansichtspostkarte mit einem formatfüllenden Motiv der Badener Brücke von 1893. Matthias Weyrauch lieferte eine frühe Mondscheinkarte. Romantisch verklärt wird darauf eine nächtliche Stadtszene geliefert. Hier wurde mit den Mitteln vor 150 Jahren aus einem fotografierten Tagesmotiv durch Nachbearbeitung eine nächtliche Szene gezaubert. 

Badener Brücke von 1893. Matthias Weyrauch lieferte eine frühe Mondscheinkarte

Was auch mehrfach unter den Einsendungen zu Rastatts ältester Ansichtspostkarte dabei war, einfarbige Lithographien. So warb Wirt Reinbold vom „Gasthof zum Schwert“ 1895 mit Motiven des Schlosses, des Bernhardusbrunnens, der Stadtkirche St. Alexander und der Einsiedelner Kapelle. Ebenso dabei Zigarrenfabrikant Mayer mit denselben Motiven auf einer Ansichtspostkarte, die Reinhold Weisenburger aus Steinmauern eingereicht hatte. 

Einsendung der Ansichtspostkarte von 1895 von Reinhold Weisenburger

„Wir freuen uns, dass unsere Aktion auf so gute Resonanz gestoßen ist und überlegen uns eine entsprechende Wiederholung“, fügt der Vorsitzende des Historischen Vereins, Dieter Wolf, an. 

Bild: Die älteste greifbare Ansichtspostkarte Rastatts von 1889 zeigt ein militärisches Motiv. Interessant auch die anderen Einsendungen nach dem Aufruf des Historischen Vereins. 

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