Eine Chance für die Rastatter Festungs-Flankenbatterie?

Historisches Gebäude muss zum zweiten Malgerettet werden

Stadt Rastatt und Historischer Verein kooperieren

Ein Beitrag von R.Wollenschneider

Rastatt(wo). Man weiß, die Natur holt sich alles zurück, wird beispielsweise ein offengelassenes Gebäude nicht mehr betreut. So nun geschehen beim Festungswerk Flankenbatterie als attraktives Detail am Ende des Panoramawegs im Stadtteil „Dörfel“ (Ludwigsvorstadt).
Im Oktober 1992 konnten in letzter Minute vom Historischen Verein Rastatt die begonnenen Abbrucharbeiten durch eine Baufirma gestoppt werden. Seither wurde das Festungswerk im Zusammenhang mit dem inzwischen teilweise sanierten Cavalier I (in der Nachbarschaft des „Hopfenschlingels“)als vom Denkmalschutz eingestuftes Bauwerk erster Güte gehandelt.

Allerdings wie es sich nun bei einem Vororttermin herausstellte, die Flankenbatterie in der Nachbarschaft des Wohngebietes „Ehemalige Leopoldfeste“ wurde zum Stiefkind. Bei einem Begehungstermin mit Torsten von Appen, dem Stabsstellenleiterfür Wirtschaftsförderung und der Kundenbereichsleiterin Hochbau und zuständig für die bauliche Unterhaltung städtischer Gebäude, Jasmin Weinert, waren auch Vertreter des Historischen Vereins dabei.
Obwohl bei einer Beschlussvorlage für denGemeinderat vom 8. November 2004 der besondere Denkmalschutz für die Flankenbatterie hervorgehoben wurde, lief nicht viel. Wie man nun feststellen musste: die historische Flankenbatterie ist ins Abseits geraten.
Dabei ist 2004 nachzulesen: „Seitens des Historischen Vereins wurde die Bitte an die Stadt Rastatt herangetragen, entweder an diesen Räumlich-keiten das Eigentum zu erwerben oder aber in Form eines Überlassungsvertrages die künftige Nutzung und den Erhalt des Fes-tungsbauwerks zu sichern.“
Nichts in dieser Richtung erfolgte und beim Historischen Verein war man wenigstens zufrieden, dass nach jahrzehntelangem Kampf um die Erhaltung, es beim benachbarten Cavalier I positiv voranging. Dort stellte die Begehungsgruppe aktuell fest, dass eine Rodung der Oberfläche wieder ansteht. Außerdem wird sich JasminWeinert überlegen, wie eine praktikable, dauerhafte Lösung für eine Abdichtung der Oberfläche des Cavalier I aussehen könnte.
Da nach der Übernahme der beiden Festungswerke am Panoramaweg die Stadt Rastatt zuständig für die denkmalgeschützte Flankenbatterie ist, wurde eine Firma beauftragt, den „Urwald“ zu entfernen, damit das historische Gebäude wieder fassbar wird. Was die historische Bedeutung des baulichen Monuments am Panoramaweg betrifft, das hat das Vorstandsmitglied des Histo-rischen Vereins, Dr. Irmgard Stamm, bei zwei Fackelführungen belegt. Hier warteteunter anderem der Kämpfer für demokratische Ideale, Jean Jansen, 1849 auf die hinterher erfolgte Erschießung im Festungsgraben.

Bild: Die Flankenbatterie der ehemaligen Bundesfestung ist wieder in den Blickpunkt geraten. Historischer Verein und der Eigentümer Stadt Rastatt wollen den drohenden Verfall stoppen. Den Wildwuchs lässt die Stadt Rastatt aktuell entfernen.

Foto: Wollenschneider

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