„Über allen Rastatter Führungen ist Ruh‘“

Corona bremst touristische Attraktivität

Historischer Verein zeigt Aktivitäten für das „Danach“
Ein Beitrag von R.Wollenschneider

Rastatt(wo). „Abgesagt!“, war in diesen Wochen eine durchgehende Vokabel, wenn es um touristische Führungen ging. So auch in Rastatt, was das Angebot von Staatliche Schlösser und Gärten in der ehemaligen Barockresidenz, dem Wehrgeschichtliche Museum, der Bundesarchiv Erinnerungsstätte und den Historischen Verein mit der Bastion 27, den Kasematten am Panoramaweg und den Westwallbunker betraf.

Nicht zu vergessen sind die minutiös geplanten Standard- und Sonderangebote der Stadt Rastatt. Die meisten der fast 60 angebotenen Führungen, mindestens bis Ende Juni, bleiben auf der Strecke. Auch mehrere schon gebuchte Stadtexkursionen im August und September von außen wurden zwischenzeitlich storniert. Trotzdem schaut das Team der Touristinformation nach vorne und arbeitet schon jetzt zuversichtlich am Programm für die Saison 2021.

„Das kann sich zwar jeden Tag ändern, aber seit Wochen gibt es beim Historischen Verein keine Führungen mehr“, stellt der Vorsitzende Dieter Wolf fest. Selbst ein Probelauf einer „überirdischen“ Führung mit Karl-Josef Fritz im Bereich des Dörfel wurde nicht genehmigt. Und dieses in einer Zeit, in welcher der Historische Verein in diesem Jahr über 20 Neumitglieder mit gemischter Altersstruktur zu verzeichnen hatte.

Unter Beachtung der Corona-Auflagen widmete man sich im Arbeitseinsatz vorausschauend dem Festungswerk Cavalier I am Ende der Militärstraße. Leitungen wurden unter Flur verlegt und an der zukünftigen Präsentation mit Exponaten gearbeitet. „Immer mehr gewinnt das Cavalier I an Attraktivität und wir hoffen, dass es bald wieder zahlreich Interessierten zugänglich gemacht werden kann“, sagt Dieter Wolf.

Was dem Vorsitzenden des Historischen Vereins momentan zusätzlich Sorgen bereitet sind die Zustände an der Flankenbatterie am Rand des Baugebiets „Ehemalige Leopoldfeste“. Das kleine Festungsgebäude, das in der Zuständigkeit der Stadt Rastatt ist, ist nach der Rettung vor dem Verfall vor einigen Jahren in einem schlimmen Zustand. Dazu Wolf: „Da ist seit einem Jahr nichts mehr passiert.“ Die Bedeutung der Flankenbatterie als touristisches Vorzeigeobjekt ist auch von Gewicht für die deutsche Demokratiegeschichte. Hier warteten 1849 Revolutionäre auf die Exekutionskommandos, die den Traum von der Freiheit blutig beendeten.

Wie bei den anderen erwähnten Stellen, die in Rastatt Führungen anbieten, wünscht man sich auch beim Historischen Verein bald Corona-konforme Lösungen. Momentan sind in Niedersachsen und Hessen Mundschutz-Gruppen bis zu zehn Personen im Freien, mit 1,5 bis 2 Meter Abstand, erlaubt. Das kann allerdings noch nicht für Rastatt eine Lösung sein.

Bild: Wie beim Historischen Verein in den Kasematten am Panoramaweg sind in Rastatt noch keine touristischen Führungen in Aussicht. Dazu Dieter Wolf: „Das kann sich jeden Tag ändern.“

Foto. Wollenschneider

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